Schulung & RechtAktualisiert am Von Johanna Neuron
ChatGPT vs. Claude für Unternehmen: Was passt zu deinem Team?

ChatGPT und Claude sind die beiden KI-Assistenten, die wir in Unternehmen am häufigsten sehen und mit denen wir in unseren Workshops arbeiten. Beide verwenden eure Geschäftsdaten in den Unternehmensplänen laut Hersteller nicht zum Training, beide bieten zentrale Verwaltung, SSO und Anbindungen an eure Tools. ChatGPT Business ist der breitere Einstieg mit vielen fertigen Funktionen, Agenten und EU-Datenresidenz in der Enterprise-Variante. Claude Team punktet bei langen Texten, Analysen und Programmierung, mit großem Kontextfenster und Claude Code inklusive. Entscheidend für den Nutzen ist am Ende weniger die Lizenz als die Frage, ob dein Team damit umgehen kann.
Stand: Oktober 2026. Pläne, Preise und Datenschutzangaben ändern sich bei beiden Anbietern laufend. Alle Angaben unten stammen von den offiziellen Seiten von OpenAI und Anthropic, die wir im Oktober 2026 geprüft haben. Prüf sie vor einer Kaufentscheidung noch einmal. aiworx ist an keinen Hersteller gebunden und verdient nicht an Lizenzen.
Was ist ChatGPT Business und ChatGPT Enterprise?
ChatGPT Business (früher ChatGPT Team) und ChatGPT Enterprise sind die Unternehmenspläne von OpenAI. Sie bieten einen eigenen Arbeitsbereich für das Team mit zentraler Verwaltung, gemeinsamen Projekten, eigenen GPTs und Agenten für Abläufe. Laut OpenAI-Preisseite lässt sich ChatGPT unter anderem mit Google Workspace, Slack, GitHub und Microsoft 365 verbinden.
Business ist laut OpenAI für Teams mit 2 bis 200 Personen gedacht und direkt online buchbar. Enterprise richtet sich an größere Unternehmen, wird über den Vertrieb verkauft und bringt zusätzliche Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen mit, darunter Datenresidenz in der EU.
Was ist Claude Team und Claude Enterprise?
Claude Team und Claude Enterprise sind die Unternehmenspläne von Anthropic. Auch hier gibt es einen gemeinsamen Arbeitsbereich mit Projekten, zentraler Abrechnung und Verwaltung. Laut Preisseite von Anthropic ist Team für 2 bis 150 Personen gedacht und online buchbar. Enterprise wird über den Vertrieb verkauft und ergänzt Funktionen wie SCIM, Audit-Logs, rollenbasierte Zugriffe und eigene Aufbewahrungsregeln.
Zwei Dinge unterscheiden Claude im Alltag von ChatGPT: Das Kontextfenster ist mit bis zu einer Million Token sehr groß, Claude kann also ganze Verträge, Handbücher oder Datensätze auf einmal verarbeiten. Und Claude Code, das Werkzeug für Programmierung im Terminal, ist in Team und Enterprise enthalten. Anbindungen gibt es laut Anthropic unter anderem für Microsoft 365 und Outlook sowie über Konnektoren für weitere Tools.
Der Vergleich auf einen Blick
| ChatGPT Business | ChatGPT Enterprise | Claude Team | Claude Enterprise | |
|---|---|---|---|---|
| Für wen | 2 bis 200 Personen, online buchbar | größere Unternehmen, über Vertrieb | 2 bis 150 Personen, online buchbar | größere Unternehmen, über Vertrieb |
| Preis (laut Hersteller) | Standard 21 € pro Monat, Premium 105 € | individuell | Standard 20 $ pro Platz und Monat bei jährlicher Abrechnung, 25 $ monatlich; Premium 100 $ bzw. 125 $ | 20 $ pro Platz und Monat bei jährlicher Abrechnung plus Nutzung zu API-Preisen |
| Training mit euren Daten | nein | nein | nein, standardmäßig | nein, standardmäßig |
| EU-Datenresidenz | nein | ja, Datenresidenz in zehn Regionen, darunter die EU | nein | nein; EU-Verarbeitung nur über AWS Bedrock oder Google Vertex AI |
| Verwaltung | Admin-Konsole, SAML SSO, Admin-Rollen, Domainverifizierung | zusätzlich SCIM, rollenbasierte Zugriffe, Enterprise Key Management, Compliance-API | zentrale Verwaltung, SSO, Domainverifizierung, Nutzungsanalysen | zusätzlich SCIM, Audit-Logs, rollenbasierte Zugriffe, Compliance-API, eigene Aufbewahrungsregeln, IP-Allowlisting |
| Besonderheiten | eigene GPTs, Agenten, viele Konnektoren | größeres Kontextfenster, Support für große Organisationen | Kontextfenster bis 1 Mio. Token, Claude Code inklusive, API-Guthaben im Team-Plan | wie Team, plus Ausgabenlimits pro Nutzer und Organisation |
| Stärken | breitester Funktionsumfang, viele Mitarbeitende kennen es schon | Sicherheit und Datenort für große Organisationen | lange Dokumente, Analysen, Texte, Programmierung | strenge Verwaltung und Protokollierung |
Quellen: OpenAI: Preise für Business, Anthropic: Preise, Anthropic Commercial Terms. Stand: Oktober 2026.
Preise im Detail
ChatGPT Business gibt es laut OpenAI mit zwei Lizenztypen, die sich kombinieren lassen. Die Preisseite nennt für die Standard-Lizenz 21 € pro Monat, in US-Dollar 20 $ bei jährlicher und 25 $ bei monatlicher Abrechnung. Die Premium-Lizenz mit fünfmal mehr Nutzung kostet laut Preisseite 105 € pro Monat. Ob die Euro-Preise netto sind, prüfst du am besten im Bestellprozess.
ChatGPT Enterprise hat keinen veröffentlichten Preis. OpenAI nennt individuelle Preise über den Vertrieb.
Claude Team kostet laut Anthropic 20 $ pro Platz und Monat bei jährlicher Abrechnung oder 25 $ bei monatlicher Zahlung. Die Premium-Lizenz mit fünfmal mehr Nutzung liegt bei 100 $ bzw. 125 $. Beide Lizenztypen lassen sich mischen. Im Team-Plan sind laut Preisseite außerdem bis zu 500 $ API-Guthaben pro Monat enthalten, etwa für eigene Automatisierungen. Die Preise werden in US-Dollar angegeben, der Euro-Betrag ergibt sich im Bestellprozess.
Claude Enterprise kostet laut Anthropic 20 $ pro Platz und Monat bei jährlicher Abrechnung, dazu kommt die tatsächliche Nutzung zu API-Preisen. Die Gesamtkosten hängen also davon ab, wie intensiv dein Team Claude nutzt. Admins können Ausgabenlimits pro Nutzer und für die ganze Organisation setzen.
Unterm Strich liegen ChatGPT Business und Claude Team beim Standardplatz praktisch gleichauf. Teurer als jede Lizenz ist eine Lizenz, die niemand nutzt.
Datenschutz: Worauf du achten solltest
Beide Anbieter sagen klar, dass eure Eingaben in den Unternehmensplänen nicht zum Training ihrer Modelle verwendet werden. Bei OpenAI steht es für Business und Enterprise auf der Preisseite. Bei Anthropic steht in den Commercial Terms: Anthropic darf keine Modelle mit Kundeninhalten trainieren. Für Kunden in der EU ist Anthropic Ireland Limited der Vertragspartner.
Der größte Unterschied liegt beim Speicher- und Verarbeitungsort:
- ChatGPT Enterprise bietet laut OpenAI Datenresidenz in zehn Regionen, darunter die EU. Das ist für Unternehmen mit strengen Vorgaben zum Datenort derzeit das stärkste Argument für OpenAI.
- ChatGPT Business bietet laut OpenAI-Preisseite keine Datenresidenz.
- Claude Team und Enterprise bieten Stand Oktober 2026 keine wählbare EU-Datenresidenz, die Verarbeitung läuft in den USA. Wer Claude mit EU-Verarbeitung braucht, kann die Modelle über AWS Bedrock oder Google Vertex AI in europäischen Regionen nutzen. Das ist dann aber eine eigene Lösung, kein fertiger Arbeitsplatz für das Team.
Für die Übermittlung in die USA stützen sich beide Anbieter auf das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln. Das Framework steht seit dem Sommer 2026 unter neuem Druck, mehr dazu in unserem Beitrag KI und Datenschutz nach DSGVO. Unabhängig vom Anbieter brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag, klare interne Regeln, welche Daten in die KI dürfen, und je nach Einsatz eine Datenschutz-Folgenabschätzung.
Wo die beiden Assistenten ihre Stärken haben
Die Modelle beider Anbieter sind bei Alltagsaufgaben wie E-Mails, Zusammenfassungen oder Recherchen nah beieinander, und die Rangfolge wechselt mit jeder neuen Version. Unterschiede zeigen sich eher in der Arbeitsweise und im Drumherum:
- ChatGPT hat den breitesten Funktionsumfang: eigene GPTs, Agenten für wiederkehrende Abläufe, Bildgenerierung, viele Konnektoren. Und viele Mitarbeitende kennen es schon privat, was die Einführung erleichtert.
- Claude ist stark bei langen, strukturierten Texten, bei der Analyse umfangreicher Dokumente und beim Programmieren. Das große Kontextfenster macht es möglich, einen kompletten Vertrag, ein Handbuch oder eine große Tabelle auf einmal zu verarbeiten. Teams, die Code schreiben, bekommen mit Claude Code ein Werkzeug, das direkt in Projekten arbeitet.
In der Praxis zählt weniger, welches Modell in einem Benchmark vorn liegt, sondern welches Werkzeug dein Team mit seinen konkreten Aufgaben wirklich nutzt.
Entscheidungshilfe nach Unternehmenstyp
- Kleines Team mit viel E-Mail-, Text- und Rechercheaufwand: ChatGPT Business oder Claude Team, beide sind in wenigen Minuten gebucht. Wenn viele im Team ChatGPT schon privat nutzen, ist das oft der einfachere Einstieg.
- Fachabteilungen, die mit langen Dokumenten arbeiten: Recht, Einkauf, Qualitätsmanagement, Technik. Hier lohnt sich ein Blick auf Claude Team wegen des großen Kontextfensters.
- Teams mit Entwicklern oder technischen Mitarbeitenden: Claude Team, weil Claude Code enthalten ist und das API-Guthaben eigene kleine Automatisierungen erlaubt.
- Großes Unternehmen mit strengen Vorgaben zu Datenort und Identitätsverwaltung: ChatGPT Enterprise mit EU-Datenresidenz, oder Claude Enterprise, wenn Verarbeitung in den USA mit AV-Vertrag und Standardvertragsklauseln für euch tragbar ist. Hier entscheiden IT-Sicherheit, Datenschutz und Einkauf gemeinsam.
- Ihr seid unsicher: Startet mit einer Pilotgruppe von 10 bis 20 Personen und lasst sie vier Wochen beide Tools mit echten Aufgaben testen. Danach wisst ihr, welches Werkzeug für welche Rolle passt.
- Ihr wollt einen ganzen Ablauf automatisieren, nicht nur Einzelne unterstützen: Dann ist keiner der beiden Assistenten allein die Lösung. Für Abläufe wie Rechnungen oder E-Mail-Postfächer braucht es einen KI-Agenten, der in euren Systemen arbeitet. Mehr dazu in Was kostet KI-Automatisierung?
Manche Unternehmen nutzen auch beides: ChatGPT für alle, Claude für eine kleine Gruppe mit viel Dokumenten- oder Programmierarbeit. Das kostet doppelt, kann aber sinnvoll sein. Wichtig sind dann klare Regeln, welches Tool für welche Daten gedacht ist.
Warum Lizenzen ohne Schulung wenig bringen
Viele Unternehmen kaufen Lizenzen und warten auf den Effekt. Nach ein paar Wochen nutzen einige Begeisterte die KI täglich, der Rest öffnet sie kaum. Das liegt selten am Tool. Es fehlt meist an drei Dingen:
- Konkrete Anwendungsfälle: Wer nicht weiß, wofür er die KI in seiner Rolle nutzen kann, probiert sie einmal aus und lässt es dann.
- Gute Prompts und Vorlagen: Die Qualität der Antworten hängt stark davon ab, wie man fragt und welchen Kontext man mitgibt.
- Sicherheit im Umgang mit Daten: Wer unsicher ist, was erlaubt ist, nutzt die KI lieber gar nicht oder auf eigene Faust mit privaten Konten.
Dazu kommt eine rechtliche Pflicht: Seit dem 2. Februar 2025 müssen Unternehmen, die KI einsetzen, die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden fördern (Art. 4 EU AI Act, seit Juli 2026 in der Fassung des Digital Omnibus). Was das konkret bedeutet, erklärt unser Beitrag zur KI-Schulungspflicht.
In unseren Workshops schulen wir genau diese beiden Tools, ChatGPT und Claude, mit den echten Aufgaben eures Teams. Ein Halbtag mit ca. 4 Stunden kostet 2.750 €, ein Ganztag mit ca. 8 Stunden 4.950 €, jeweils netto. Ihr bekommt einen Teilnahmenachweis, der die Schulungspflicht nach Art. 4 abdeckt. Im Ganztag sind zusätzlich eine Prompt- und Vorlagen-Bibliothek und eine Muster-KI-Richtlinie enthalten. Weil wir an keinen Hersteller gebunden sind, sagen wir auch ehrlich, wenn ein Tool für euch nicht passt. Mehr über unsere Haltung steht auf der Seite Über uns.
So führst du ChatGPT oder Claude erfolgreich ein
- Ziel festlegen: Welche Aufgaben sollen schneller gehen? E-Mails, Protokolle, Angebote, Recherchen, Auswertungen?
- Datenregeln festlegen: Welche Daten dürfen hochgeladen werden, welche nicht? AV-Vertrag abschließen, Datenschutzbeauftragten früh einbinden.
- Pilotgruppe starten: 10 bis 20 Personen aus verschiedenen Abteilungen, mit klaren Aufgaben für vier bis sechs Wochen.
- Schulen, bevor ausgerollt wird: Ein Workshop zu Beginn spart viele Wochen Ausprobieren.
- Nutzung messen: Beide Anbieter bieten Auswertungen zur Nutzung. Schau nach vier Wochen, wer die Lizenz wirklich braucht.
- Interne KI-Richtlinie veröffentlichen: Was ist erlaubt, was nicht, wer ist Ansprechpartner?
Häufige Fragen
Ist Claude besser als ChatGPT? Bei Alltagsaufgaben liegen beide nah beieinander, und die Rangfolge wechselt mit jeder Modellversion. Claude hat Vorteile bei langen Dokumenten und beim Programmieren, ChatGPT beim Funktionsumfang und bei der Verbreitung. Teste beide mit euren echten Aufgaben.
Was kostet Claude für Unternehmen? Claude Team kostet laut Anthropic 20 $ pro Platz und Monat bei jährlicher Abrechnung, Premium-Plätze 100 $. Claude Enterprise kostet 20 $ pro Platz plus Nutzung zu API-Preisen. Stand Oktober 2026.
Ist ChatGPT Business DSGVO-konform nutzbar? OpenAI verwendet Daten aus Business und Enterprise laut eigener Aussage nicht zum Training. Ob der Einsatz in deinem Unternehmen datenschutzkonform ist, hängt von Vertrag, Datenart und internen Regeln ab. Wer Datenresidenz in der EU braucht, findet sie laut OpenAI nur in ChatGPT Enterprise.
Ist Claude DSGVO-konform nutzbar? Anthropic trainiert laut Commercial Terms nicht mit Kundeninhalten, Vertragspartner in der EU ist Anthropic Ireland Limited, und ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist Teil der Bedingungen. Die Verarbeitung läuft aber in den USA, eine EU-Datenresidenz gibt es in den Team- und Enterprise-Plänen Stand Oktober 2026 nicht. Für sehr sensible Daten solltest du das mit deinem Datenschutzbeauftragten abwägen.
Welches Tool schult aiworx? Beide. Wir schulen ChatGPT von OpenAI und Claude von Anthropic, je nachdem, was euer Team nutzt oder einführen will. Die Grundlagen zu Prompting, Datenschutz und Arbeitsweise gelten für beide.
Kann ich mit ChatGPT oder Claude auch Abläufe automatisieren? Beide bieten Agenten-Funktionen, ChatGPT über Workspace-Agenten, Claude über Claude Code und die API. Für Abläufe, die mehrere eurer Systeme verbinden, Freigaben brauchen und protokolliert werden sollen, bauen wir eigene KI-Agenten.
Du willst wissen, welcher Assistent zu deinem Team passt und wie ihr ihn wirklich nutzt? Sprich mit uns in einem kostenlosen Erstgespräch.



